Entsprechend beschränkt ist daher die Häufigkeit und Dauer der Anwendung, z. B. 20 Minuten einmal täglich. Es giebt für chronische Schmerzpatienten jedoch auch batteriebetriebene Kleingeräte, die am Körper getragen werden und zur vielständigen Dauerbehandlung geeignet sind. Verfahren dieser Art werden "Transkutane elektrische Nerven-Stimulation" bzw. TENS genannt.

Bei der Behandlung mit Diathermie und mit Infrarot wird die Wärme über verschieden geformte Strahler in einigem Abstand von der Haut abgegeben, wobei ein angenehmes Wärmegefühl im behandelten Gebiet entstehen soll. Ultraschall wird über einen handlichen Schallkopf direkt von der Hautoberfläche in das Schmerzgebiet eingestrahlt. Um zu vermeiden, daß dort wärme-bedingte Schmerzen entstehen, wird der Schallkopf vom Therapeuten ständig leicht kreisend hin- und herbewegt. Grundsätzlich gilt für alle Verfahren der Elektrotherapie, daß die Behandlung nicht unangenehm Schmerzhaft sein darf. Andernfalls muß der Therapeut verständigt und die Intensität entsprechend geregelt werden.

Die Wirkung
Die verschiedenen elektrischen Stromformen
werden vor allem zur Linderung von Schmerzen
am Bewegungsapparat eingesetzt. Dabei sind Wirkungen auf verschiedenen Ebenen möglich:

Die schmerzvermittelnden Nerven im betroffen Gewebe reagieren nach einer Strombehandlung weniger empfindlich.

Durch das Stromgefühl kommt es im Rückenmark zu einer Hemmung der Schmerzfortleitungen zum Gehirn.

Manche Stromformen erregen auch die schmerzhaft verspannte Muskulatur, wodurch es anschließend zu einer Entspannung und damit indirekt zu einer Schmerzlinderung kommt.

Bestimmte Stromformen sind neben ihren schmerzlindernden Eigenschaften besonders zur Erzeugung kräftiger Muskelkontaktionen im Rahmen krankengymnastischer Übungsbehandlungen geeignet. Die Wärmewirkungen lassen sich hauptsächlich auf die ausgeprägt muskelentspan-nenden Eigenschaften zurückführen. Sie entfalten sich bereits, wenn die oberen Hautschichten im Bereich des schmerzhaften Gebietes erwärmt werden. Diese sogenannten reflektorischen Wirkungen werden auch bei entzündlichen Erkrankungen, z. B. der Nebenhöhlen genutzt um die Schleimbildung und die Durchblutungs-verhältnisse zu verbessern.

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Die Grundidee
Unter Elektrotherapie versteht man die Anwendung des elektrischen Stromes zu Heilzwecken. In der Regel wird hierbei das erkrankte Körperteil direkt
vom Strom durchflutet, jedoch sind auch indirekte Fernwirkungen möglich. Je nach Erkrankung, Lokalisation und Behandlungsziel verwendet man galvanischen Gleichstrom, niederfrequente Reiz-ströme mit Frequenzen bis zu einigen hundert Hertz und mittelfrequente Ströme mit Frequenzen von einigen tausend Hertz. Die Gemeinsamkeit der großen Vielfalt von Geräten und Stromformen bestehen darin, daß sie entweder dazu dienen, Schmerzen zu dämpfen oder geschädigte Muskulatur durch elektrische Reize zur Kontraktion zu bringen.

Zur Elektrotherapie im weiteren Sinne werden
auch Geräte gerechnet, die durch elekromagnetische Wellen im Gewebe Wärme erzeugen. Diese tiefen-
wirksame Therapie wird als Diathermie bezeichnet.
Hierzu gehören die Kurzwelle, die Dezimeterwelle
und die Mikrowelle. Eine Sonderstellung zwischen
Elektro- und Mechanotherapie nimmt Ultraschall ein;
hier bewirkt die Schallernergie durch hoch-
frequenten Zug- und Druckwechsel ebenfalls eine
tiefe Gewebserwärmung. Dagegen wird eine eher
oberflächliche wirksame Wärme durch geeignete
Infrarotstrahler abgegeben. Diese elektrischen
Verfahren zur Wärmeerzeugung ergänzen sich mit
weiteren Anwendungsformenwie Moorbrei, Fango,
heiße Wickel etc. insgesamt zur Thermotherapie.

Anwendungsbereiche
Die verschiedenen Stromformen werden bei praktisch allen akuten und chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat eingesetzt. Hierzu gehören die weichteilrheumatischen Beschwerden im gesamten Bereich der Muskulatur, einschließlich der Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln. Auch Nerven-entzündungen können günstig beeinflußt werden.
Die krankengymnastische Übungsbehandlung von lähmungs- und inaktivitätsbedingtem Muskel-
schwund wird durch die aktivierende Reizstrom-
behandlung unterstützt. Diathermie, Ultraschall
und Infrarot bewirken vor allem eine Detonisierung schmerzhaft verspannter Muskulatur, insbesondere
im Bereich der Hals-, Brust- und lendenwirbelsäule.
Mit Ausnahme von Ultraschall können die Verfahren
auch bei chronischen Entzündungen der Nasen-
nebenhöhlen eingesetzt werden.

Die Behandlung
Die elektrischen Ströme werden über Elektroden ins Gewebe geleitet, die dem jeweiligen Behandlungs-zweck angepaßt sind. Ein direkter Kontakt und damit eine Verätzungsgefahr wird vermieden, indem feuchte Schwämme zwischen Metalleletrode und Haut gelegt werden. Bei großflächigeren Anwendungen kann auch das Wasser als Elektrode dienen, wie z. B. im 4-Zellbad und im Stangerbad.
Die meisten Formen der Elekrotherapie sind auf die Behandlungen in einer entsprechenden physiotherapeutischen Einrichtung ausgerichtet.